Angela Merkel AmtszeitSie hat sich entschieden. Angela Merkel tritt für eine vierte Amtszeit an. Und wen hat es überrascht? Wohl niemanden. Wer hätte denn sonst den Staffelstab der CDU/CSU von ihr übernehmen sollen? Ursula von der Leyen, Thomas de Maizière oder gar Horst Seehofer. Die Union weiß schon was sie an ihrer Kanzlerin hat, in erster Linien die Aussicht auf einen Sieg als stärkste Partei bei der Bundestagswahl und mit etwas Glück dies mit einer für die Parteigremien akzeptablen Prozentzahl unter dem schwarzen Balken bei der Wahlberichterstattung. Anders definiert, würde Angela Merken so unbeliebt in der Bevölkerung sein wie in Teilen der sie tragenden Parteien (vor allem wenn wir Richtung Süden blicken), dann wäre sie nicht erneut zur Kanzlerkandidatin gekürt wurden.

Für die SPD ergibt sich damit die alt-bekannte Dilemma-Situation. Siegen kann man nicht, nur hoffen auf einen guten zweiten Platz. Und nach der Wahl wird man sich wieder ein paar Wochen hin- und her-winden, ob die Große Koalition in eine neue Runde gehen soll, wofür man sich am Ende schließlich entscheiden wird. Es sei denn es reicht rechnerisch für eine Koalition aus Union und Grünen – Angela Merkel dürfte dies gefallen. Diese Kombo wäre anders als 2013 nicht mehr zum Scheitern zu urteilen, auch wenn die Bündnisgrünen zuletzt wieder von Vermögenssteuer und anderen für CDU/CSU bösen S-Wörtern gesprochen haben. Abgesehen davon, dass vom Stärkeverhältnis her die Union mehr eigene Politik durchsetzen und Ministerposten besetzen kann als mit den Sozialdemokraten, hat es für die Kanzlerin zudem zwei weitere gewichtige Vorteile:

Erstens, wäre die SPD wieder die größte Oppositionspartei, die in dieser Rolle de facto genauso regierungstreu sein dürfte wie in der Regierung selbst. Und es wird das Szenario verhindert, dass diese Rolle eine starke AfD einnimmt, die im Falle einer großen Koalition und als wahrscheinlich drittstärkste Kraft diese symbolträchtige Funktion instrumentalisieren würde. Zweitens bekäme Angela Merkel endlich wieder etwas Abwechslung in ihrem politischen Leben, will sie mit der FDP nicht mehr (wofür es an sich nicht reichen dürfte) und zum dritten Mal mit der SPD zu koalieren hat keinen Reiz. Aber die Grünen, ja die Grünen könnten unsere Kanzlerin ein wenig aufpeppen und zu einer breiteren Modernisierung der Union führen, was kurzfristig der AfD Vorschub leisten würde, langfristig mit Glück zum Wohle Deutschlands gedeihen könnte.

Oder es reicht für Rot-Rot-Grün und die SPD-Spitze überwindet endlich ihre Aversion gegenüber den LINKEN. Man darf ja noch träumen.

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