Frankreich Wahlen

Eugène Delacroix
La Libertè guidant le peuple

Letzten Sonntag schnitt der Front National als stärkste Partei bei den Regionalwahlen in Frankreich an. In 6 der 13 neu zugeschnittenen Regionen belegte die von Marine Le Pen ge’führte’ Bewegung den ersten Platz. Beste Chancen in den Stichwahlen morgen die Regionalregierungen zu übernehmen dürften in Provence-Alpes-Côte d’Azur am größten sein, wo die Parteichefin und ihre Nichte die jeweilige Liste anführen. Im schlimmsten Fall könnten drei bis vier Regionen an den FN fallen. Durch Rückzug der Sozialisten, deren Wählerschaft angehalten ist, die Konservativen in diesen Wahlgebieten zu wählen, bedeutet dies u.U., dass der FN die Mehrheit / Regierung einer Region stellt und als Opposition nur die Konservativen verbleiben. Nicht schön das Ganze – um es eher zurückhaltend zu formulieren.
Ist der Front National deshalb schon auf dem Siegeszug? Noch nicht. Vergleicht man die Wahlergebnisse der letzten Jahre lässt sich eine konstante Steigerung der Stimmenanteile für die Partei ersehen, doch bleibt sie am Ende unter / um die 30%. Damit ist der FN auf dem gleichen Level wie die FPÖ in Österreich, die WIlders-Partei in den Niederlanden oder den Rechtspopulisten in Nordeuropa. Zwar nicht beruhigend, aber dass Marine Le Pen trotz schlechter Wirtschaftslage und Flüchtlingskrise nicht besser abgeschnitten hat, ist für mich eher eine Überraschung. Am Ende zählt für die französische Rechte nur die Präsidentschaftswahl 2017. Wenn dort die republikanischen Parteien zusammenhalten wie sie es hoffentlich auch morgen weitestgehend tun, kann der Siegeszug des Front National gestoppt werden. La solidarité est le dernier recours!

 

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