Gladiatorenkämpfe sanieren StaatsfinanzenFormel-Eins-Rennen und Fußballspiele ziehen Millionen von Menschen in die Stadien oder an die Rennstrecken. Aber letztendlich sind sie (und andere) nur blasse Nachfolger der antiken Originale: die bewährten Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen. Der Pöbel von damals war nicht anspruchsvoller und leichter unterhaltbarer als der heutige, welcher in die Stadien rennt. Sprich, warum in den billigen Abklatsch Fußball sich hineinsteigern, wenn das Original viel unterhaltsamer, abwechslungsreicher und deutlich authentischer ist. Denn in Gladiatorenkämpfen strengen sich die Sportler naturgemäß bis zum äußersten an. Und man kann sogar alle Gliedmaßen einsetzen. Wenn das kein Argument ist …

Was wird aus dem Fußball

Der Fußball und die anderen Sportarten werden natürlich nicht abgeschafft, aber es ist zu erwarten, dass die Mehrheit der heutigen Fußballfans zu den Kämpfen abwandern, weil es einfach spannender und v.a. für Männer absprechender ist. Das atavistische Moment ist nicht zu unterschätzen. Am Ende werden nach meiner Schätzung nur noch ein Fünftel (vor allem die Fußballfrauen) bei der jetzigen Mainstream-Sportart verbleiben. Dass mit dem nachlassenden Zuschauerinteresse parallel die Medien, Konzerne und Sponsoren abwandern werden, ist eine logische Entwicklung.

Die Organisation der Gladiatorenkämpfe

Damit die Gladiatorenkämpfe effektiv zur Staatsfinanzierung beitragen können, müssen sie komplett unter staatlicher Regie stehen. Es ist daher ein Unternehmen zu gründen, dessen Anteile vollständig im Besitz des Bundes sind (analog zur Deutschen Bahn). In ihrer Funktion würde es ein Pendant zum DFB sein, also ein Deutscher Gladiatorenbund (DGB). Nicht zu verwechseln mit der gleich abgekürzten Gewerkschaftsvereinigung … Die Organisation, das Management, die Logistik der Kämpfe wären zu regeln, die Einnahmen und Ausgaben zu verwalten und die Medienrechte zu vergeben.

Der DGB untergliedert sich in Bundes-, Landes- und Kreisverbände. Bei letzteren finden die Kämpfe mit stumpfen, ab der Landesebene mit scharfen Waffen statt. Ähnlich wie bei Fußballvereinen können sich dann Gladiatorenschulen ausbilden, die von Sponsoren mitfinanziert werden. Gladiatoren können Freiwillige sein, die dadurch Ruhm und Geld erlangen wollen. Aber auch Strafgefangene können dadurch ihre Haftzeit verkürzen und eine frühere Entlassung erreichen. Übersteht ein zu 10 Jahren Haft verurteilter Gladiator z.B. zehn Kämpfe, so wird er freigelassen. Neben den allgemeinen Einnahmen wird auf die eine oder andere Weise somit das Justizsystem entlastet. Für alle anderen freiwilligen Bürger gilt die Verdoppelung des Preisgeldes von Kampf zu Kampf. Start ist bei 50.000€, aber maximal 50 Millionen Euro. Generell würde natürlich gelten, dass alle Straftatbestände des StGB im Rahmen der Spiele außer Kraft gesetzt sind.

So kommen die Einnahmen zustande

Wenn wir davon ausgehen, dass der Großteil der Fußballfans und derjenigen anderer Sportarten zu den Gladiatorenkämpfen abwandern, ist mit einer jährlichen Zuschauerzahl von ca. 15 Millionen Menschen zu rechnen. Bei einem Durchschnittsticketpreis von 50€/Kampf wären wir bei Einnahmen durch Zuschauer bei ca. 750 Millionen Euro. Von denen ist die Organisation der Kämpfe und die Siegerprämien zu stemmen. Der größte Einnahmebatzen, der am Ende dem Staatshaushalt zugute kommen könnte, käme aus den Medien-, Merchandizing- und Sponsoreneinnahmen. Da die Rechte nicht nur national, sondern auch international verkauf würden, kämen sicherlich 5 – 15 Mrd. Euro pro Jahr zusammen.

Dieser Betrag sollte dann konsequent für den Schuldenabbau primär des Bundes, teils der Länder eingesetzt werden. Für diese aggressive Schuldenabbaupolitik kriegen wir dann sicher auch großes Lob von OECD und EU-Kommission. Mittelfristig könnten die Gladiatorenkämpfe in andere EU-Staaten exportiert werden. Neben Lizenzgebühren für den deutschen Staate würde dies die regionalen Wirtschaften, v.a. in den südlichen Staaten stärken. Mit etwas Glück kann so die Europäische Union zu einem neuen Wirtschaftsboom gelangen.

Nur für den Fall, dass es bisher nicht offensichtlich war: Gladiatorenkämpfe sind schön in Filmen, aber dieser Vorschlag ist reine Satire 😉

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