edinburghSeit 1707 ist Schottland Teil des Vereinigten Königreiches. Es war nie eine Liebesbeziehung gewesen, wurde doch das Schottische Parlament durch großzügige Zahlungen an seine Mitglieder ‘motiviert’ sich selbst aufzulösen und dem Britischen Monarchen und dem Westminster-Parlament die Jurisdiktion zu übertragen. Während der Zeit des Empires arrangierten sich viele Schotten mit dem Status-quo, der i.d.R. auch für die Highlanders vom Vorteil war.

Da sind wir beim Thema – für die Schotten ist es primär keine Frage der Identität, gemeinsam mit England, Wales und (Nord-)Irland einen gemeinsamen Staat zu bilden, sondern klassisch nach John Stuart Mill, eine Nutzenserwägung. Und dieser Nutzen scheint für die meisten abhanden gekommen zu sein. 1999 wurde das Schottische Parlament sehr traditionell wiedereröffnet, 2011 gewann die separatistische SNP eine absolute Mehrheit der Mandate und brachte das Unternehmen Unabhängigkeit voran – Endziel: das Referendum am 18. September. Und es sieht gut aus, traut man den aktuellen Umfragen, welche ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraussagen.

Die Engländer ziehen nun alle Register, um eine Katastrophe aus ihrer Sicht abzuwenden: Weitere Kompetenzübertragungen an die Regionalregierung in Edinburgh, v.a. im Steuerbereich werden versprochen, Herzogin Kates zweite Schwangerschaft wird vorzeitig verkündigt und David Cameron lässt über der Downing Street die Schottische Fahne hissen …

Wird die Mehrheit der schottischen Bevölkerung sich wieder ‘motivieren’ lassen und mit Nein stimmen? Das sehen wir am 18. September. Eines lässt sich aber schon jetzt sagen. Von einem Engländer lässt sich ein Schotte nichts sagen und erst recht nicht von einem Tory-Engländer wie David Cameron, dem es keinen Spaß machen wird, jetzt noch kurzfristig Wahlkampf unter den Highlandern zu treiben.

in Bezug auf: auf einen entsprechenden Artikel auf zeit.de

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